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Pflanze des Monats

Juli 2010

Archiv

Juni 10 Malve
Mai 10 Akelei
Apr 10 Weissdorn
Mrz 10 Huflattich
Feb 10 Mistel
Jan 10 Karde
Dez 09 Eibe
Nov 09 Schafgarbe
Okt 09 Vogelbeere
Sep 09 Astern
Aug 09 Pastinak
Jul 09 Flockenblume
Jun 09 Beinwell
Mai 09 Salomonssiegel
Apr 09 Schlüsselblume
Mrz 09 Esche
Feb 09 Golddistel
Jan 09 Waldrebe
Dez 08 Nachtschatten
Nov 08 Pfaffenhütchen
Okt 08 Topinambur
Sep 08 Eisenkraut
Aug 08 Mädesüß
Jul 08 Fingerhut
Jun 08 Johanneskraut
Mai 08 Kreuzblume
Apr 08 Kirsche Schlehe
Mrz 08 Veilchen
Feb 08 Nieswurz
Jan 08 Efeu

Wegwarte

         

Wer frühmorgens unterwegs ist, dem fällt auf, dass die Blüten der Wegwarte (Cichorium intybus) meist erst bei einer gewissen Sonneneinstrahlung bzw. Lichtstärke vollständig geöffnet sind. Bei einbrechender Dunkelheit schließen sich die Blüten und rollen sich zusammen, so dass die ganze Pflanze eher unscheinbar wirkt und an Weg- und Ackerrändern nicht mehr wahrgenommen wird.

         
Wegwarte  

Diese Ausrichtung zur Sonne liefert den Nährboden zu Sagen und Geschichten über die Wegwarte, die vom Mittelalter bis in die heutige Zeit hinein reichen. Als Sinnbild treuer Liebe galt die Geschichte der verzauberten Jungfrau oder Prinzessin, die so lange auf ihren Geliebten wartete bis Sie zur Wegwarte verwandelt wurde.

Daher wurden der Wegwarte besonders starke Liebeskräfte nachgesagt. Wer mit einer mit Hilfe eines Hirschgeweihes ausgegrabenen Wurzel den Auserwählten berührte, dem verfiel der so Berührte augenblicklich. Legte eine Jungfrau eine Wegwarte unter das Kopfkissen so erschien das Gesicht des zukünftigen Ehemannes im Traum. Besonders weiße Blütenvarianten sollten starke magische Kräfte als Zauberpflanze besitzen und den Träger vor vielen Gefahren bewahren.

Wegwarte am Getreidefeld

       

Als Heilpflanze hat die Wegwarte ebenfalls eine lange Tradition. So gilt die Wegwarte aufgrund der Kombination aus Gerbstoffen und Bitterstoffen als ideales Anregungs- und Kräftigungsmittel bei Magenbeschwerden. Inulin, ein Reserve-Kohlenhydrat der Wurzel, ist als Nahrungsergänzung für Diabetiker geeignet.

Aus den Wurzeln einer gezüchteten Kulturform der Wegwarte wurde durch einen speziellen Röstungsprozess ein nach Kaffee schmeckendes Pulver gewonnen, dem sogenannten "mocca faux" oder Muckefuck. Um 1900 gab es in Europa 450 Fabriken, die diesen Kaffeeersatz herstellten.

  Wegwarte
     

geöffnete Blüte

Weitere kultivierte Varietäten der Wegwarte wie Chicoree und Radicchio sind in der Salatbar nicht mehr wegzudenken. Als Salat essen wir die im dunklen aufgezogenen Blätter des Chicoree, die kein Chlorophyll und weniger Bitterstoffe als grüne Blätter enthalten. Er ist zudem reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Ein hervorragender Salat in den Wintermonaten. Hier mein Rezept: Mit Nudeln, Walnüssen und Creme fraiche. Guten Appetit.

  Wegwarte
     

Blüte am Abend