Bildleiste
  Home Exkursionen Termine Pflanzen Tiere Kontakt Impressum

Pflanze des Monats

Februar 2010

Archiv

Jan 10 Karde
Dez 09 Eibe
Nov 09 Schafgarbe
Okt 09 Vogelbeere
Sep 09 Astern
Aug 09 Pastinak
Jul 09 Flockenblume
Jun 09 Beinwell
Mai 09 Salomonssiegel
Apr 09 Schlüsselblume
Mrz 09 Esche
Feb 09 Golddistel
Jan 09 Waldrebe
Dez 08 Nachtschatten
Nov 08 Pfaffenhütchen
Okt 08 Topinambur
Sep 08 Eisenkraut
Aug 08 Mädesüß
Jul 08 Fingerhut
Jun 08 Johanneskraut
Mai 08 Kreuzblume
Apr 08 Kirsche Schlehe
Mrz 08 Veilchen
Feb 08 Nieswurz
Jan 08 Efeu

Mistel

         

Zur winterlichen Jahreszeit fällt die Mistel (Viscum album) als eine der wenigen immergrünen Pflanzen besonders auf. Bedrohlich und fremd wirken die vielen runden Mistelnester auf den langen Pappelreihen, die z.B. den Rhein säumen. Und in der Tat sind die Pflanzen keine gern gesehenen Gäste.

         
Mistel  

Profitieren doch die Misteln als Halbschmarotzer von ihren Wirtspflanzen in zweierlei Hinsicht. Zum einen ermöglichen die Bäume den lichthungrigen Misteln ungehinderten Zugang zu sonnenexponierten Stellen. Zum anderen sichern sich die Misteln fast unbeschränkten Zugang zu Wasser mit ihren tief im Gefäßsystem der Wirtspflanze verankerten Haftorganen.

Für Pflanzenökologen besonders faszinierend: die Mistel bedient sich bei diesem Wasserdiebstahl einem physikalischen Gesetz. Während die Wirtspflanze sich bemüht an heißen Tagen Wasser zu sparen, in dem es die Verdunstung einschränkt - die sogenannten Spaltöffnungen schließt - bleiben die Spaltöffnungen der Mistel unverändert geöffnet. Wie bei einem offenen Ventil folgt das Wasser dem Potentialgradienten und versorgt die Mistel bei heißen Sommertagen auf Kosten der Wirtspflanze.

Mistel - Viscum album

       

Wie kommt die Mistel überhaupt in die luftigen Höhen? Dank klebriger Samen, die nach Verzehr ihrer weißen Beeren von Vögeln auf Ästen ausgeschieden werden. Ab März keimen diese Samen an entsprechend sonnigen Stellen aus.

Aus einer Haftscheibe entwickelt sich ein Primärsenker, der sich im Wirtsgewebe mit Anschluss an die Wasserversorgung verankert. Durch ihre grünen Blätter kann die Mistel Photosynthese betreiben und sich selbst die Versorgung mit Kohlenhydraten sichern.

  Mistel
     

typischer Anblick einer Pappel im Februar

Durch ihre botanische Sonderstellung ist die Mistel prädestiniert für eine besondere Rolle als Zauber- und Liebespflanze. Schon Kelten bedienten sich ihrer vermeintlichen Kräfte. Epileptiker banden sich im Mittelalter Mistelzweige auf den Kopf als Schutz vor der Fallsucht - blieben doch die Mistel fest auf ihren Wirtspflanzen verankert.

Als Liebes- und Glücksbringer hat der Mistelzweig ein bescheidenes wirtschaftliches Potential zur Vorweihnachtszeit. Für einen Kuss von einer hübschen Frau, hängt Mann schon einmal einen Mistelzweig auf....

  Mistel
     

Mistel auf einer Kiefer

Der Einsatz der Mistel in der Krebstherapie hat ihre Wurzeln auch in der Signaturenlehre. Denn wie ein Krebsgeschwür zapft die Mistel Energie und Nährstoffe vom umgebenden Gewebe ab. Heute wird der Einsatz der Mistel in der Krebstherapie kontrovers diskutiert. Das DKFZ in Heidelberg informiert hier über den aktuellen Kenntnisstand.

Weitere detaillierte Informationen zur Biologie der Mistel mit ihren drei - auf spezielle Wirtsbäume spezialisierten - Unterarten (Tannen-, Kiefer- und Laubholzmistel) erhalten Sie auf waldwissen.net.

  Mistel
     

Mistel auf einem Apfelbaum