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Pflanze des Monats

Oktober 2010

Archiv

Sep 10 Wilde Rauke
Aug 10 Wilde Möhre
Juli 10 Wegwarte
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Feb 10 Mistel
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Jun 09 Beinwell
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Mrz 09 Esche
Feb 09 Golddistel
Jan 09 Waldrebe
Dez 08 Nachtschatten
Nov 08 Pfaffenhütchen
Okt 08 Topinambur
Sep 08 Eisenkraut
Aug 08 Mädesüß
Jul 08 Fingerhut
Jun 08 Johanneskraut
Mai 08 Kreuzblume
Apr 08 Kirsche Schlehe
Mrz 08 Veilchen
Feb 08 Nieswurz
Jan 08 Efeu

Leinkraut

         

Was wie ein Löwenmäulchen (Gattung Antirrhinum) aussieht, ist doch keines: Das Gewöhnliche Leinkraut (Linaria vulgaris) ähnelt mit seiner typischen maskenförmigen Blütenform sehr dem Original und wird oft mit ihm verwechselt bzw. als Löwenmäulchen bezeichnet.

         
Leinkraut  

Seinen eigentlichen Namen verdankt das Leinkraut dagegen einem mittelalterlichen Brauch, frische Leintücher mit Sud von Leinkraut leicht gelblich anzufärben. Heute soll unsere Wäsche im blendenden Weiß erstrahlen, früher war eben ein leicht gelblicher Farbstich "in".

Im Mittelalter war sie zudem in fast allen Kräuterbüchern vertreten. Lonicerus, Bock, Matthiolus und Leonhard Fuchs beschreiben das Leinkraut als harntreibend, abführend, steintreibend und hilfreich gegen Leber- und Milzverstopfung. Laut Leonhard Fuchs vertreibt es auch "allerley mäler und flecken des leibs / macht ein schön angesicht." Im Volksglauben galt die Pflanze längere Zeit als Schutz gegen Hexenzauber und Verwünschungen für kleine Kinder. In der Volksmedizin hat sich bis heute der äußerliche Einsatz in Form von Salben bei Hämorrhoiden gehalten.

Gewöhnliche Leinkraut

       

Bei der ansonst zitronengelben Blüte fällt die orange gefärbte Maske besonders auf. Als Saftmal dient es Insekten als Erkennungssignal, dass es hier reichlich Nektar gibt. Dieser ist in dem langen Sporn verborgen, so dass tief in die Blütenröhre abtauchen muß, wer vom Nektar naschen will.

Langrüsselige Hummeln, die mit ihrem massigen Körper den maskierten Eingang auseinanderdrücken können, haben deshalb gute Chancen. Kurzrüsselige Hummeln knabbern als Spielverderber direkt den Sporn von unten an.

  Leinkraut
     

Blüte des Leinkrauts

In unserer Region ist das Leinkraut weit verbreitet. Es bevorzugt warme, trockene, sandige und lichte Standorte und ist daher an unseren Wegrändern ein häufiger Gast.

Seltener ist dagegen das Gestreifte Leinkraut (Linaria repens), eine im Mittelmeer beheimatete Art, die sich als Verunreinigung im Saatgut bei Anpflanzungen in unsere Region verirrt, oder über die Verkehrswege in Bahnhöfe und Häfen eingeschleppt wird.

  Gestreifte Leinkraut
     

Gestreifte Leinkraut