Bildleiste
  Home Exkursionen Termine Pflanzen Tiere Kontakt Impressum

Pflanze des Monats

Juli 2012

Archiv

Jun 12 Echtes Labkraut
Mai 12 Maiglöckchen
Apr 12 Bärlauch
Mrz 12 Küchenschelle
Feb 12 Schneeglöckchen
Jan 12 Goldrute
Dez 11 Kiefer
Nov 11 Berufkraut
Okt 11 Rainfarn
Sep 11 Hopfen
Aug 11 Seifenkraut
Juli 11 Oregano
Juni 11 Nachtkerze
Mai 11 Salbei
Apr 11 Buschwindröschen
Mrz 11 Sumpfdotterblume
Feb 11 Salzkraut
Jan 11 Stechpalme
Dez 10 Brennnessel
Nov 10 Hainbuche
Okt 10 Leinkraut
Sep 10 Wilde Rauke
Aug 10 Wilde Möhre
Juli 10 Wegwarte
Juni 10 Malve
Mai 10 Akelei
Apr 10 Weissdorn
Mrz 10 Huflattich
Feb 10 Mistel
Jan 10 Karde
frühere Pflanzen

Ackergauchheil

         

Meist ist der Ackergauchheil (Anagallis arvensis) ein nicht gern gesehener Gast in unseren Gärten. Erst beim näheren Anblick zeigt sich die Schönheit dieser ansonsten unscheinbaren kleinblütigen Pflanze, die zu den Primelgewächsen zählt. Wie viele andere Ackerunkräuter ist der Ackergauchheil mit Saatgut aus dem Mittelmeergebiet zu Beginn des Ackerbaus bzw. der Römerzeit bei uns eingeschleppt worden (=>Archaeophyten).

         
Anagallis arvensis  

Als alte Heilpflanze kann der Ackergauchheil ebenfalls auf eine lange Geschichte zurückblicken. Im wichtigsten Kräuterbuch der Antike - der Materia Medica - wird die Pflanze von Dioscurides erwähnt. Er unterscheidet dabei zwei Arten: eine rötliche Form als männliche, die blaue (Anagallis foemina) wird als weibliche Variante beschrieben.

Die von Dioscurides genannten entzündungshemmenden Eigenschaften finden sich in den mittelalterlichen Kräuterbüchern von Leonhard Fuchs und Lonicerus wieder. Ebenfalls die schon in der Antike beschriebenen Anwendungsgebiete: bei Leber- und Nierenleiden, bei Zahnschmerzen, zur Behandlung von Wunden, zum Austreiben von Splittern sowie der Einsatz bei Schlangenbiss und Stumpfsichtigkeit.

Ackergauchheil (A. arvensis)

       

Erst ab dem 17. Jhdt gibt es Hinweise auf den volkstümlichen Einsatz bei Geisteskrankeiten, wie auch der deutsche Namen Gauchheil (Gauch=Tor, Narr) vermuten läßt. Im Lehrbuch der biologischen Heilmittel von Gerhard Madaus werden dazu mehre Autoren und historische Beispiele zitiert.

Trotz vielfältiger Inhaltsstoffe wie Saponine, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Flavonoide und ätherischen Ölen wird die schwach giftige Pflanze heute nur noch in der Homöopathie - wenn auch eher selten - zur Behandlung von bestimmten Hautleiden eingesetzt.

  Anagallis arvensis
     

die rote Blüte im Detail

Übrigens, im Gegensatz zu dem weit verbreitenden roten Acker-Gauchheil ist der Blaue Gauchheil (Anagallis foemina) vereinzelt in Getreideäckern im Kraichgau zu finden. Wer diese Pflanze sehen will braucht dabei Glück, Geduld und Ausdauer.

An der Bergstraße, im Rheintal und im Odenwald kommt die Art nicht bzw. äußerst selten vor. Weitere Details zum Blauen Gauchheil finden Sie unter der Rubrik Seltene Pflanzen.

  Anagallis foemina
     

Blauer Gauchheil (Anagallis foemina)