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Pflanze des Monats

April 2012

Archiv

Mrz 12 Küchenschelle
Feb 12 Schneeglöckchen
Jan 12 Goldrute
Dez 11 Kiefer
Nov 11 Berufkraut
Okt 11 Rainfarn
Sep 11 Hopfen
Aug 11 Seifenkraut
Juli 11 Oregano
Juni 11 Nachtkerze
Mai 11 Salbei
Apr 11 Buschwindröschen
Mrz 11 Sumpfdotterblume
Feb 11 Salzkraut
Jan 11 Stechpalme
Dez 10 Brennnessel
Nov 10 Hainbuche
Okt 10 Leinkraut
Sep 10 Wilde Rauke
Aug 10 Wilde Möhre
Juli 10 Wegwarte
Juni 10 Malve
Mai 10 Akelei
Apr 10 Weissdorn
Mrz 10 Huflattich
Feb 10 Mistel
Jan 10 Karde
frühere Pflanzen

Bärlauch

         

Im April sind wir mitten in der Bärlauch-Saison. Den weißen Blütenteppich der blühenden Bärlauchwiesen in unseren Auwäldern Mitte April sollten Sie nicht verpassen (Termin für 2012: Exkursion zur Ketscher Rheininsel am 22. April). Für die Ernte ist es jedoch dann zu spät, denn der Bärlauch (Allium ursinium) sollte für das Bärlauch-Pesto oder den Frühlingssalat unbedingt vor der Blüte geerntet werden.

         
Bärlauch  

Denn mit der Blüte und bei der späteren Samenbildung kommt es nämlich zu einer Verlagerung und Abnahme von Inhaltsstoffen aus den Blättern. Neben Flavonoiden, Magnesium, Mangan und Adenosin sind Schwefelverbindungen (Cystein-Sulfoxide) als Inhaltsstoffe besonders erwähnenswert. Letztere sind für den typischen Knoblauchgeruch und -geschmack des Bärlauchs verantwortlich, der eigentlich Fressfeinde vom Verzehr der Pflanze abhalten soll.

Die Abwehrstrategie der Pflanze ist dabei raffiniert: ein spezifisches Enzym wird in der Vakuole, das dazugehörige Ausgangsmaterial Alliin im Cytoplasma gespeichert. Erst bei Verletzung der Zellen kommen beide Zellregionen in Kontakt, die chemische Reaktion startet, das entstehende Endprodukt Alliicin wirkt wie beim Knoblauch antibiotisch, fungizid, insektizid und antiparasitär.

Bärlauch (Allium ursinum)

       

Die in den letzten Jahren zu beobachtende Wiederentdeckung des Bärlauchs gegenüber dem Knoblauch, mag viele Ursachen haben. Erfolgreiches Marketing von Kochprofis, Sammelfreude von Kräuterliebhabern, mystische germanische Bärengeschichten, oder sei es nur der fehlende Knoblauch-Geruch nach Verzehr.

Selbst bei der Heilwirkung sehen neuere Studien den Bärlauch vorn: Präventive Wirkung bei Arteriosklerose, blutdrucksenkend, Förderung der Blutzirkulation, hilfreich bei Tinnitus, verdauungsfördernd, gesund für Haut und Haare, Darmflora regulierend und ideal für Entgiftungskuren.

Leonhard Fuchs machte in seinem 1543 erschienenen Kräuterbuch noch keinen Unterschied zwischen Bärlauch und Knoblauch und schrieb dazu: "Er eröffnet allerley verstopffung / verzert die bläst und wind", "treibt auß die breyten würm im leib." "Er macht dünn geblüt " und "vertreibt allerley grind".

  Bärlauch
     

Bärlauch auf der Ketscher Rheininsel

Schon damals warnte Leonhard Fuchs vor Verwechslung des Bärlauchs mit dem giftigen Maiglöckchen: "Der Waldknoblauch ist ein kraut gemeinlich mit zweyen grossen breyten blettern / die vergleichen sich aller ding dem Meyenblümlin kraut." Auch heute gibt es immer wieder Berichte zu Verwechslungen mit fatalen, tödlichen Folgen. Selbst eine regionale Wochenzeitung vertauschte letztes Jahr Fotos beider Pflanzen zum Thema "Gefährliche Zwillinge - Vergiftungen vorbeugen". Mehr zum Maiglöckchen gibt es bei der Pflanze des Monats Mai.

  Bärlauch
     

Achtung Bärlauch: Verwechslungsgefahr