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Pflanze des Monats

Januar 2010

Archiv

Dez 09 Eibe
Nov 09 Schafgarbe
Okt 09 Vogelbeere
Sep 09 Astern
Aug 09 Pastinak
Jul 09 Flockenblume
Jun 09 Beinwell
Mai 09 Salomonssiegel
Apr 09 Schlüsselblume
Mrz 09 Esche
Feb 09 Golddistel
Jan 09 Waldrebe
Dez 08 Nachtschatten
Nov 08 Pfaffenhütchen
Okt 08 Topinambur
Sep 08 Eisenkraut
Aug 08 Mädesüß
Jul 08 Fingerhut
Jun 08 Johanneskraut
Mai 08 Kreuzblume
Apr 08 Kirsche Schlehe
Mrz 08 Veilchen
Feb 08 Nieswurz
Jan 08 Efeu

Karde

         

Die Wilde Karde (Dipsacus fullonum (sylvestris)) findet man häufig in Unkrautfluren, an Wegen und Dämmen und Ufern. Den Disteln sehr ähnlich, wird sie jedoch botanisch der Familie der Kardengewächse (Dipsacaceae) zugeordnet. Eindeutiges Bestimmungsmerkmal sind die bogig aufsteigenden Hüllblätter, deren abgestorbene Reste am ehemaligen Blütenstand den Winter überdauern.

         
Karde  

Eine nahe Verwandte, die Weber Karde (Dipsacus sativus), verdankt ihren früheren Verwendungszweck den vor dem Aufblühen geernteten, dann getrockneten borstigen Blütenständen. Ihre im Vergleich zur Wilden Karde nach oben gebogenen Spreublättern eignen sich bestens zum Kämmen der Wolle d.h. Wollfasern werden in eine Richtung gekämmt und von Verunreinigungen befreit.

Dazu wurden mehrere Kardenköpfe in einen Rahmen aus Holz eingespannt. Handkarden aus genagelten Holzbrettchen mit Handgriffen, die gegeneinander bewegt wurden, lösten die Distelkarden ab. Heute wird das Kämmen meist maschinell erledigt bzw. mit Trommelkarden durchgeführt. Die gekämmte Wolle wird dann zu Garn gesponnen, und daraus der Pullover für kalte Wintertage gestrickt.

Karde - Dipsacus fullonum

       

Der bis 2 m hohe, abgestorbene Blütenstand der zweijährigen Pflanze ist nicht nur im Winter ein dekorativer Anblick. Zur Blütezeit im Juli und August bieten die Blütenstände ein faszinierendes Schauspiel.

Die Blüten öffnen sich zuerst in der Mitte und bilden einen Ring. Dieser Ring teilt sich, zwei Ringe von Blütenzonen wandern jeweils nach oben und unten an die Ränder des Blütenstandes.

  Karde
     

Blütenbeginn bei der Karde

Ihren lateinischen Namen verdankt die Pflanze übrigens ihren paarweise am Boden miteinander verwachsenen Blättern. Diese Blatttüten bilden einen Trichter, in dem sich das Regenwasser sammelt, und hinaufkletternde Insekten den Weg versperren.

Allen Durstigen (griech. "Dipsa" = Durst) bieten diese grünen Wasserbecken in trockenen Sommertagen ihr kühles Nass an. Der Legende nach sollen Mädchen, die sich mit diesem Wasser waschen, besonders schön werden.

  Karde
     

Blatttüten mit Regenwasser